• info@ebs-dataservice.de
  • +49 (0)3904 4892796

Krankengeldzuschuss

Von

Krankengeldzuschuss

Der Krankengeldzuschuss ist eine lohnsteuerpflichtige Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer während des Bezugs von Krankengeld. Der Zuschuss dient zum Ausgleich finanzieller Nachteile. Der Anspruch, die Höhe und die Dauer sind häufig in Betriebsvereinbarungen oder in Tarifverträgen geregelt. Eine gesetzliche Zahlungsverpflichtung für den Arbeitgeber besteht nicht.

Was ist zu beachten?

Die Lohnsteuerpflicht ergibt sich aus § 8 Abs. 1 EStG in Verbindung mit § 2 LStDV. Weitere Einzelheiten zum steuerlichen zum Begriff „Arbeitslohn“ regelt § 19 Abs. 1 EStG. Die Lohnsteuerrichtlinien R 19.3 – 19.8 LStR sowie H 19.3 – 19.8 LStH ergänzen die beispielhafte Aufzählung der nichtselbständigen Einkünfte im Einkommensteuergesetz (EStG).

Die beitragsrechtliche Beurteilung ist im § 23c SGB IV geregelt. Die Spitzenorganisationen der Kranken- und Rentenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit haben am 13.11.2007 ein gemeinsames Rundschreiben zur Thematik der sonstigen nicht beitragspflichtigen Einnahmen nach § 23c SGB IV (GR v. 13.11.2007) herausgegeben.

Der Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld ist lohnsteuerpflichtig und sozialversicherungsfrei soweit er zusammen mit dem Krankengeld das Nettoarbeitsentgelt um nicht mehr als 50 EUR monatlich übersteigt.

Lohnsteuer

Krankengeldzuschuss ist lohnsteuerpflichtig

Erkrankt ein Arbeitnehmer, ist nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz der Arbeitslohn für 6 Wochen (42 Tage) durch Arbeitgeber weiterzuzahlen. Einige Arbeitgeber gewähren ihren Arbeitnehmern nach Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraums einen Zuschuss zum Krankengeld bis zum vorher erzielten Nettoarbeitsentgelt. Das kann in der Betriebsvereinbarung, im Einzelvertrag oder im Tarifvertrag geregelt sein. Dieser Zuschuss, den der Arbeitnehmer zusätzlich zum Krankengeld oder Krankentagegeld aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung erhält, ist lohnsteuerpflichtig. Fäll wegen der geringen Höhe der Zuschüsse bei der Anwendung der Monatslohnsteuertabelle keine Lohnsteuer an, müssen die Zuschüsse trotzdem im Lohnkonto und in der Lohnsteuerbescheinigung als steuerpflichtiger Arbeitslohn erfasst werden.

Krankengeld ist lohnsteuerfrei

Ist der Arbeitnehmer länger als 6 Wochen arbeitsunfähig erhält er ab dem 43. Tag Krankengeld von seiner Krankenkasse. Das Krankengeld gehört weder zum steuerpflichtigen Arbeitslohn noch zu einer anderen Einkunftsart. Dies gilt auch dann, wenn es an Hinterbliebene gezahlt wird.

Das Krankengeld unterliegt in der Einkommensteuer jedoch dem Progressionsvorbehalt. Deshalb muss der Arbeitnehmer die Bescheinigung der Krankenkasse bei der Veranlagung zur Einkommensteuer dem Finanzamt vorlegen.

Aufzeichnungs- und Nachweispflichten des Arbeitgebers

Damit das Finanzamt diese Fälle erkennen kann, ist der Arbeitgeber bei Zahlung von Krankengeld für mindestens 5 aufeinanderfolgende Arbeitstage verpflichet, sowohl im Lohnkonto als auch in der Lohnsteuerbescheinigung den Buchstaben „U“ für Unterbrechung zu bescheinigen. Ist im Lohnkonto des Arbeitnehmers ein U bescheinigt, darf er für diesen Arbeitnehmer auch keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchführen.

Sozialversicherung

Zuschüsse während des Bezugs von Krankengeld

Es gibt Arbeitgeber die dem Arbeitnehmer während des Bezugs Krankengeld weiter Zuschüsse zahlen oder ihm bestimmte Bezüge weiter gewähren, wie zum Beispiel vermögenswirksame Leistungen (VWL), Werkswohnung. Die beitragsrechtliche Behandlung dieser Bezüge richtet sich nach § 23c Abs. SGB IV.

Beitragspflicht

Werden während des Krankengeldbezugs Zuschüsse vom Arbeitgeber und sonstige Einnahmen aus einer Beschäftigung gewährt, gelten diese nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Die Einnahmen dürfen allerdings zusammen mit dem Krankengeld das Nettoarbeitsentgelt um nicht mehr als 50 EUR monatlich übersteigen. Dies hat zur Folge, dass entsprechende Leistungen, die für die Zeit des Krankengeldbezugs laufend vom Arbeitgeber gezahlt werden, bis zum maßgeblichen Nettoarbeitsentgelt nicht beitragspflichtig sind.

Die vom Arbeitgeber darüber hinaus gezahlten Beträge sind erst dann als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zu berücksichtigen, wenn sie die Freigrenze von 50 EUR übersteigen. Der Krankengeldzuschuss wird dann in dem Umfang beitragspflichtig, in dem er das Vergleichs-Netto überschreitet.

Dies gilt sowohl für Mitglieder der gesetzlichen als auch für Versicherte der privaten Krankenversicherung.

Ähnliche Begriffe

Über den Autor

editor